Der grüne Punkt zählt wohl zu den berühmtesten Symbolen in Deutschland, wenn nicht gar auf der ganzen Welt. Das kleine Zeichen, was man auf zahlreichen Verpackungen finden kann und welches dennoch sehr viele Fragen aufwirft.

Was besagt ein grüner Punkt überhaupt? Warum ist er auf verschiedenen Verpackungen, die aus völlig unterschiedlichen Materialien bestehen? Gibt es hierfür überhaupt eine klare Richtlinie, wann ein grüner Punkt auf ein Produkt kommt und wann nicht?

Natürlich gibt es hier ganz klare Regelungen, wie dieses Symbol zu handhaben ist und wann es zum Einsatz kommt. Jedoch wird dies nicht so veröffentlicht, wie sich das der ein oder andere sicherlich wünschen würde.

Nicht zuletzt die Umweltschützer sind aufgrund dieser Problematik besorgt. Denn es gibt zwei entscheidende Faktoren, warum dieses Symbol eingeführt wurde. Zum einen um die Unternehmen in die Pflicht zu nehmen, was auch gleichzeitig auf die Gesetzesänderungen, in Bezug auf die Verpackungsverordnung, zurückzuführen ist.

Zum anderen aber auch, um den jeweiligen Verbraucher darüber zu informieren, dass dieses Produkt recycelt werden kann und damit von anderen Müllsorten getrennt wird. Da es hier in vielen Bereichen der Bevölkerung immer wieder zu Missverständnissen kommt, was die Definition dieses Symbols angeht, soll dieser hier einmal ganz genau unter die Lupe genommen werden.

Im Zuge dessen sollen auch die wichtigsten Fragen rund um das Symbol, seine genauen Werte, sowie aber auch zum Hintergrund der Einführung, Antworten gegeben werden. Damit jeder Nutzer am Ende ganz genau weiß, was dieser Punkt wirklich zu bedeuten hat und wie wichtig dieser ist.

Der grüne Punkt und seine Bedeutung

Der grüne Punkt weist auf das Recyceln eines bestimmten Produktes hin oder zeigt ein Objekt oder Gerät an, welches für diese Aufgabe bestimmt ist. Aus dem typischen Alltag kennt man hier Produkte wie beispielsweise die gelbe Tonne. Ebenso ein gelber Sack, der in jedem Haushalt vorkommt, ist hierfür ein Beispiel.

An diesen Produkten findet man ebenfalls das Symbol, was anzeigt, dass über diese Produkte die zu recycelnden Müllprodukte gesammelt werden. Man muss also hier erst einmal zwischen diesen beiden Kategorien unterscheiden.

Zum einen gibt es also Produkte, die für das Recycling stehen. Zum anderen jene Produkte, die recycelt werden können. Beide tragen das Symbol, obwohl sie in ihren Aufgabengebieten nicht gleich sind.

Doch worauf weist der Punkt bei beispielsweise Verpackungen überhaupt hin und warum gibt es hier ganz unterschiedliche Verpackungen, die aber alle dieses Symbol tragen. Ganz grob betrachtet, der Punkt bezeichnet alle Produkte, die recycelt werden können.

Damit dies möglich ist, muss das jeweilige Produkt einige Bedingungen erfüllen. Diese Bedingungen müssen durch die Unternehmen, die das jeweilige Produkt herstellen, erfüllt werden. Dabei spielt es keine Rolle, um welches Material es sich im einzelnen handelt. Sowohl Plastik als auch Kunststoffverpackungen können recycelt werden und tragen daher beide den Punkt.

Somit zeigt der Punkt an, dass das Unternehmen die Richtlinien erfüllt hat und somit die Verpackung wiederverwendet werden kann. Sprich, ein Recycling ist bei dieser Verpackung möglich. Zu der Frage „Was bedeutet der Grüne Punkt eigentlich“ ist also die Antwort klar. Er zeigt an, was für ein nachhaltiges Produkt steht und nach dem Recycling wiederverwendet werden kann. Ob dies in der gleichen Form geschieht, wird dabei aber nicht festgelegt.

Das heißt, beispielsweise ein Joghurtbecher muss später nicht auch wieder ein Joghurtbecher werden. Es kommt hier immer auf die jeweilige Situation an. Generell bedeutet dies also nur, dass der Rohstoff erneut genutzt wird. Dieses Prinzip nennt man auch Kreislaufwirtschaft.

Duales System - was versteht man darunter?

Die Kreislaufwirtschaft, wie sie bereits im oberen Teil kurz angedeutet wurde, beschreibt genau dieses System, welches auch kurz DSD genannt wird. Das DSD bezieht sich in erster Linie auf die Nachhaltigkeit. Das heißt, die Wiederverwendung von begrenzten Rohstoffen.

Dies bezieht natürlich zahlreiche Rohstoffe mit ein, daher ist das System auch sehr komplex aufgebaut. Das Grundprinzip ist aber stets das Gleiche. Auf diese Weise sollen nicht nur weniger Rohstoffe verwendet, sondern auch die Natur und Umwelt geschützt werden.

Mit dem DSD sollen die Unternehmen in die Pflicht genommen werden, zukunftsorientierte Produkte auf den Markt zu bringen, die den bekannten Lebensraum nicht gefährden. Sprich, es geht also darum die Erde zu schützen. Das ist der wesentliche Hintergrund hinter dem System.

Dieses System gibt es bereits seit Anfang der 90er Jahre, hat sich aber bis in die heutige Zeit immer wieder verändert. Der Grund dafür ist die Veränderung in der Gesellschaft und die Weiterentwicklung der technischen Möglichkeiten. Das System wird also nach und nach immer mehr verbessert, um so ein kompaktes Prinzip zu erschaffen, welches den Schutz der Erde garantieren kann.

Doch wie wirkt sich dieses Prinzip im einzelnen auf die Gesellschaft und natürlich auch auf die Natur aus? Das Recycling muss auch dementsprechend umgesetzt werden, damit die entscheidende Wirkung erzielt wird. Daher soll im nächsten Abschnitt einmal betrachtet werden, was und in welcher Form recycelt wird.

Duales System in Deutschland - welche Mengen werden recycelt?

Wie schon beschrieben, gibt es unterschiedliche Rohstoffe, die unter das System fallen bzw. die hier berücksichtigt werden sollen. Aus diesem Grund gibt es hier auch immer andere Werte, die als Vorgabe gelten.

Damit man dies besser nachvollziehen kann, soll hier einmal ein Beispiel aufgeführt werden, welches sich an Werten aus den vergangenen Jahren orientiert. So kann man als User leichter verstehen, wie das System im einzelnen aufgebaut ist.

Aluminiumverpackungen sollen laut DSD zu 60% recycelt werden. Kunststoffverpackungen hingegen wurden im Jahr 2018 nur zu 36% recycelt. Man sieht also allein an diesen beiden Werten schon, dass es hier deutliche Unterschiede gibt.

Diese entstehen aus zwei wesentlichen Faktoren. Zum einen gibt es natürlich einen Unterschied, was die Mengen am Markt angeht. So sind Aluminiumverpackungen beispielsweise deutlich häufiger vertreten als Verpackungen aus Pappe. Somit gibt es hier auch unterschiedliche Werte, die vorgegeben werden.

Zum anderen spielen aber auch die technischen Möglichkeiten eine entscheidende Rolle. So ist es bei Aluminiumverpackungen manchmal schwierig diese überhaupt zu recyceln. Das Problem kann beispielsweise dadurch entstehen, wenn das Aluminium nicht von anderen Restprodukten getrennt wird. Dies geschieht sehr häufig bei Joghurtbechern, und zwar genau immer dann, wenn der Deckel nicht vom Rest getrennt wird.

Besteht nun diese Situation, so kann die Maschine das Aluminium nicht recyceln, da diese nicht in der Lage ist, diesen Stoff von dem jeweiligen anderen zu trennen. Dies führt dann natürlich dazu, dass der Prozentsatz schnell unter jene von anderen Produkten sinken kann.

Es besteht also auch das Problem, dass die technischen Möglichkeiten nicht immer in der Form zur Verfügung stehen, wie dies eigentlich benötigt wird. Das schmälert dann auch die geforderten Zahlen bzw. Quoten.

Warum ändern sich die Vorgaben und Werte stetig?

Trotz dieser Problematiken ist es das Ziel soviel Produkte bzw. Rohstoffe zu recyceln, wie irgendwie möglich ist. Damit hier jedoch keine künstlichen Ruhepausen eingelegt werden können, um beispielsweise Unkosten zu vermeiden, werden die Quoten jedes Jahr neu festgelegt.

Wobei es sich hier nicht direkt um eine Festlegung, sondern vielmehr um eine Erhöhung handelt. Das Umweltbundesamt, welches für das DSD zuständig ist, korrigiert die Zahlen Jahr für Jahr weiter nach oben, um die Nachhaltigkeit voranzutreiben.

Bei einer solchen Strategie kommt dann allerdings bei vielen Menschen auch die Frage auf, wer dies eigentlich alles finanziert? Denn schließlich kostet auch das recyceln Geld. Wer muss also die Unkosten für die Nachhaltigkeit übernehmen bzw. muss diese überhaupt jemand übernehmen?

Ein solches System bringt auch Kosten mit - wer trägt diese?

Wenn Unkosten entstehen, müssen diese auch von irgendwem getragen werden, dies steht völlig außer Frage. Bei einem solchen System, welches immer weiter vorangetrieben wird, entstehen selbstverständlich auch Unkosten. Oftmals hört man hier, dass die Unkosten auf die Steuerzahler umgelegt werden. Dies ist aber nicht korrekt.

Die Unkosten werden dem Unternehmen auferlegt und nicht dem Endverbraucher. Ein Endverbraucher zahlt im Jahr im Durchschnitt gerade einmal 11 Euro für das allgemeine Recyceln von Produkten. Alle anderen Unkosten werden auf die Unternehmen abgeschrieben.

Selbstverständlich kalkulieren die Unternehmen diese Unkosten in ihre Produkte mit ein, was im Endeffekt bedeutet, dass auch der Kunde eine gewisse Last tragen muss. Prinzipiell soll aber die Abschaffung von nicht verwertbaren Materialien erzeugt werden, was für alle Menschen gut ist.

Das heißt also, die Wegwerfgesellschaft soll durch eine nachhaltige Gesellschaft ersetzt werden. Dass sehr viele Menschen daher auch mit einem gewissen Kostenaufwand einverstanden sind, ist nicht verwunderlich. Schließlich geht es hierbei nicht nur um das eigene Wohl, sondern auch um jenes kommender Generationen. Diese Tatsache muss man immer mit berücksichtigen, bevor man sich eine Meinung zu dieser Thematik bildet.

Insgesamt ist das DSD zwar in seiner Form sehr drastisch, wenn man das einmal aus der Sicht der Unternehmen betrachtet. Dennoch aber ein sehr gutes System, um gezielt die Natur und die Umwelt zu schützen, sodass diese für nachkommende Generationen erhalten bleibt.

Nicht alles ist so positiv wie es scheint - auch klare Kritik gibt es zum Thema

Wenn man über die Erhaltung der Natur und Umwelt spricht, dann geht es immer um ein wesentliches Ziel. Die Struktur unserer Erde in der Form zu erhalten, wie sie ist. Nicht zuletzt aus diesem Grund wurde auch das DSD ins Leben gerufen. Das soll jedoch nicht heißen, dass ein System, welches ein so hohes Ziel verfolgt, auch wirklich gut ist.

Es gibt viele Kritikpunkte, die man hier anmerken könnte, wobei zahlreiche jedoch keinen hohen Stellenwert erreichen würden. Zwei Faktoren gibt es allerdings, die mehr als nur Kritik sind. Genau genommen sind sie ein echtes Problem, worauf auch das DSD nicht direkt eine Lösung hat.

Diese beiden Faktoren wurden und werden sehr häufig in den Medien diskutiert. Doch es ist längst kein Thema mehr, welches man nur im Fernsehen oder auf Nachrichtenseiten findet. Auch die Gesellschaft nimmt über die sozialen Netzwerke an dieser Thematik teil und spricht diese Probleme offen an.

Genau diese beiden Faktoren sollen daher auch hier aufgeführt werden, um zu zeigen, dass es noch ein langer Weg ist, bis das Ziel der Nachhaltigkeit wirklich erreicht wird.

Zu wenig Recycling beim Plastik

Das Thema Plastik ist wohl das momentan am häufigsten diskutierte Problem. Insbesondere, wenn es um die Weltmeere geht, stellt Plastik ein ernsthaftes Problem nicht nur für die Natur, sondern auch für die Gesundheit des Menschen dar.

Um hier einmal kurz auf die Problematik direkt einzugehen. Plastik sammelt sich in den Ozeanen und wird von Fischen teilweise gefressen. Diese kleinen Partikel gelangen dann über den Fischfang wieder zurück zum Menschen. Wird dieser Fisch nun gegessen, so setzen sich die feinen Partikel im Körper ab.

Dies kann zu ernsthaften gesundheitlichen Schäden führen. Doch das ist natürlich nicht das einzige Problem. Plastik kann auch nicht biologisch abgebaut werden. Es führt also dazu, dass unser Planet immer mehr vermüllt wird.

Das Recycling soll dieses Problem beheben. Allerdings wird viel zu wenig Plastik wirklich recycelt. Seit es das DSD gibt, konnten die vorgeschrieben Quoten nicht erreicht werden, was deutlich das Problem aufzeigt. In diesem Punkt benötigt die Industrie noch enormen Nachholbedarf, der auch nicht mit höheren Ansetzungen der Quoten zu schaffen ist.

Es muss hier eine allgemein bessere Lösung gefunden werden. Ein Lösungsvorschlag, den man ebenfalls sehr häufig in den Medien findet, ist die Möglichkeit Plastikverpackungen durch andere Arten zu ersetzen. Diese Lösung erweist sich momentan als die beste Alternative, bedarf aber zahlreicher neuer Entwicklungen, um dies umzusetzen. Auch hier sieht man noch einmal, wie weit der Weg zur nachhaltigen Gesellschaft noch ist.

Gutes System mit alten Maschinen - ein wesentliches Problem

Ein weiteres Problem, welches jedoch nicht so oft diskutiert wird, ist die technische Ausstattung der Unternehmen, die für das Recycling verantwortlich sind. Bei zahlreichen Unternehmen findet man hier Maschinen aus den 90ern Jahren. Das entspricht natürlich nicht mehr dem Standard heutiger Techniken.

Das Problem, was hierdurch entsteht, ist ganz einfach zu erklären. Durch die veraltete Technik können neue Methoden zur Mülltrennung gar nicht umgesetzt werden. Darüber hinaus benötigen diese Maschinen deutlich mehr Energie, was zu einer erhöhten Umweltbelastung führt.

Das Recycling mit diesen Maschinen ist also nur bedingt nachhaltig. Das Ziel des Recyclings ist zwar klar und auch logisch nachvollziehbar. Jedoch muss auch an diesen Stellen eine Veränderung her, damit die Idee nicht nur auf dem Papier Bestand hat, sondern tatsächlich auch in der Realität Fuß fassen kann.

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